Teststrategie

Auf Basis von definierten Testklassen wird nun je Wiederanlaufplan festgelegt, wann dieser in welchem Umfang im Rahmen von Continuity Tests überprüft werden soll. Die Teststrategie definiert die Testtiefe (Testklasse), die Testkomponenten und die Teststruktur. Ferner wird ein konkreter Zeitplan für die Durchführung der Tests erstellt. Das erfolgreiche Durchlaufen einer niedrigen Testklasse (z.B. Basistest) ist dabei Voraussetzung für die Durchführung eines Tests einer höheren Testklasse (z.B. Anwendungstest). Wir unterscheiden folgende Testklassen:

- Schreibtisch-Übungen
- Funktionale Tests
- Prozessketten-Tests
- Simulationsübungen
- Vollübungen

Schreibtisch-Übungen

Diese Tests sind die einfachsten und am häufigsten durchgeführten Tests. Der Autor und die im Plan genannten Notfall-Teams prüfen die Inhalte und die Aktualität der Inhalte am "Schreibtisch".

Funktionale Tests

Diese Testklasse überprüft einzelne Notfallpläne und oder Ausweichressourcen. Während eines solchen Tests sollen die definierten Prozeduren für den Wiederanlauf und den Notbetrieb getestet werden. Dies umfasst auch die Überprüfung der technischen Infrastruktur an der Ausweichlokation und die Einhaltung der Wiederanlaufzeiten.

Prozessketten-Tests

Bei Prozessketten-Tests werden die Notfallmaßnahmen für einen Geschäftsprozess End-to-End überprüft. Dabei werden auch die bestehenden gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den Notfallmaßnahmen der betreffenden IT-Komponenten sowie die Anforderungen an deren zeitliche Abfolge innerhalb der Prozesskette berücksichtigt und entsprechend überprüft.

Simulationsübungen

Für diese Übungsklasse werden Drehbücher geschrieben, aus denen der zeitliche Ablauf und die simulierte Krisensituation hervorgehen. Abhängig von dem simulierten Ereignis können diese Übungen einige Stunden aber auch Tage umfassen. Eine Simulationsübung wird in der Regel für die strategischen und taktischen Pläne durchgeführt.

Vollübungen

Übungen dieser Klasse umfassen alle Notfallteams, einschließlich  Krisenstab und Lagezentrum. Mit den Vollübungen soll der Nachweis erbracht werden, dass sowohl technische als auch organisatorische Notfallprozesse unter realistischen Bedingungen funktionieren.