„Resilienz in Organisationen stärken – Vorbeugung und Bewältigung von kritischen Situationen“

Was ist organisationale Resilienz oder auch Resilience Engineering?
Resilienz meint Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an sich dynamisch ändernde Umgebungsbedingungen, um das Team oder ein System schnellstmöglich wieder in einen stabilen Zustand zu bringen.

Diese Toleranz eines Systems gegenüber Störungen ist insbesondere dann wichtig, wenn solche Störungen oder Fehler Menschenleben, die Umwelt oder auch die Organisation an sich bedrohen können. Dies ist der Fall in der Chemieindustrie, beim Handeln in der Polizei oder Feuerwehr, aber auch in der Flugsicherung, in Kernkraftwerken, auf Handelsschiffen, in einem Notfallstab oder in einem Rechenzentrum. Die Mitarbeiter werden hierbei nicht mehr primär als Verursacher von Störungen in den Fokus genommen, sondern als die, die den Störfall auf Basis ihrer Kenntnisse des Systems bewältigen können.

Unter den Spezialisten für Business Continuity Management und auch in den Sicherheitswissenschaften wird heiß diskutiert, ob die organisationale Resilienz die übergeordneten Ziele und Methoden bereithält, um Sicherheit (Safety / Security) auch in Wirtschaftsunternehmen und staatlichen Verwaltungseinheiten zu schaffen.

Seit Januar 2015 liegt nun das erste umfassende deutschsprachige Werk zu diesem Thema vor:

„Resilienz in Organisationen stärken – Vorbeugung und Bewältigung von kritischen Situationen“

Herausgegeben von Uwe Bargstedt, Günter Horn & Amanda van Vegten im Auftrag der „Plattform Menschen in komplexen Arbeitswelten e. V.“, ISBN 978-3-86676-393-7, Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt a.M., 2015, 19,80 EUR, broschiert, 496 Seiten.

In diesem Band kommen die oben genannten Arbeitsbereiche zu Wort und stellen Projekte und Erfahrungen mit der Anwendung von Konzepten zur organisationalen Resilienz dar. Es werden die vier Eigenschaften eines resilienten Systems nach Erik Hollnagel („Resilience Engineering“) zur Gliederung herangezogen: Antizipieren von Störungen, Beobachtung und Monitoring der Systeme, angemessen auf Störungen reagieren und Lernen aus Vorfällen wie ebenso aus gelungenen Anpassungsleistungen.

Diese Berichte aus der Praxis werden eingeleitet durch das Kapitel „Resilienz: ein Paradigmenwechsel für die Sicherheitswissenschaften“, in dem die Geschichte und mögliche Weiterentwicklungen der „organisationale Resilienz“ dargestellt werden.

Im Weiteren klären Autoren aus den Bereichen Business Continuity Management, High Reliability Organizations Theory (HRO/ HRT), Bevölkerungsschutz, Arbeitsschutz und Arbeitspsychologie („Gemeinsames Lageverständnis“, „Sicherheitsverhalten“) unter der Überschrift „Begriffe und Konzepte zur Resilienz“ das Verhältnis dieser verwandten Konzepte zur organisationalen Resilienz.

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