Melonen-Reporting - außen grün, innen rot

Melonen-Reporting - außen grün, innen rot

An dieser Stelle werden die Blog-Beiträge von Birthe Christiansen von der BCM Academy GmbH, unserem Tochterunternehmen, veröffentlichen. 

Der größte Fehler ist es, bei Fehlern zu bleiben. Das "Testen und Üben" soll bei der BCM-Systematik dazu führen, besser zu werden! BC-Manager sollten hier für eine gute Fehlerkultur werben …






Kennen Sie das auch? Man gibt einen Projekt-Bericht für die Chefetage ab und hat sich bei der Visualisierung für ein Ampelsystem entschieden. Sicher, in vielen Bereichen sind wir „grün“ unterwegs, alles ist noch in der Zeit, die Fortschritte können sich sehen lassen. An manchen Punkten hakt es aber noch, die Ampel zeigt „Orange“ oder gar „Rot“ für „komplett aus der Zeit gefallen“ oder „Stillstand“.

"Den können wir so nicht raufgeben..."

Bevor der Bericht nach ganz oben geht, schaut der direkte Vorgesetzte nochmal drauf … die Rot-Allergie zeigt sich. „Ändern Sie den Bericht, den können wir so nicht raufgeben…“ heißt es dann. So entsteht das sogenannte "Melonenreporting".

Dies könnte ein Indikator dafür sein, dass die Fehlerkultur im Unternehmen noch Entwicklungspotential hat. Klar, jeder hat’s gerne wenn es einfach "top läuft" und man nicht an Stolpersteine gerät – dennoch bieten gemachte Fehler oder Ecken und Kanten ein großes Potential zur Verbesserung. Es gibt sicher auch Unternehmen aus gefahrenkritischen Bereichen, in denen Fehler sofort kritische Medienberichterstattungen oder juristische Verfahren nach sich ziehen. Dennoch zeigen Fehler auf, inwieweit man sich verbessern kann.

"Zum Fehler machen gibt es sogar einen eigenen Lifecycle-Schritt!"

Beim Implementieren eines BCM-Systems gibt s sogar eigens dafür einen eigenen Lifecycle-Schritt, die „Validierungs-Phase“. In dieser Phase soll der BC-Manager die folgenden Punkte erledigen:

  • Testen, Üben

  • Audits durchführen

  • Überprüfen und Anpassen

Diese Phase ist äußerst wichtig und wird von manchen ausgespart - Testen wird als "zu teuer" oder "zu aufwändig" abgelehnt.

Das ist aus mehreren Gründen ärgerlich. Zum einen hat der BC-Manager in alle davor liegenden Lifecycle-Schritte so viel Arbeit - und nebenbei somit auch Geld - investiert, mit Fachbereichen gesprochen, Pläne geschrieben … aber keiner weiß, ob sie auch tatsächlich funktionieren.

"Die Tragfähigkeit des BCM-Systems soll sichergestellt werden."

Die Validierungsphase soll also die Tragfähigkeit des BCM-Systems sicherstellen und dafür Sorge tragen, dass alle Dokumente „Up-to-Date“ bleiben.

Ein entscheidender Schritt ist hierbei das Testen der Pläne. Die Fachbereiche probieren gemeinsam und in einer simulierten Umgebung aus, ob die aufgeschriebenen Maßnahmen, Ressourcen und Arbeitsschritte auch tatsächlich funktionieren.

Aus einem solchen Test in einer nicht „realen“ Situation dürfen also bitte ganz viele rote Kreuze hervorgehen – all das ist das Verbesserungspotential für unser BCM-System und für unseren „Plan B“, den Ernstfall. Und all diese roten Kreuze widerfahren uns nicht in einem echten Notfall oder einer echten Krise.

Bei ordentlich dokumentierten Tests und Maßnahmenplänen zur Verbesserung der gefundenen Punkte brauchen wir auch das nächste Audit nicht zu fürchten.

Sie möchten mehr über BCM erfahren und lernen? Sicher haben wir auch für Sie das richtige Kursangebot.

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